Nachrichten, Lexikon, Links, Tipps und Interviews.
Thema: alte Flüsse und neue Seen in
Leipzig und dem Umland.

21.02.13, 12:56:36

Interviews von der Beach & Boat 2013: Dirk Becker über Saale-Elster-Kanal und Schiffshebewerk

Auf der diesjährigen „Beach & Boat“ hat man spüren dürfen, wie rührig die Kollegen vom Saale-Elster-Kanal-Förderverein sich um eine mögliche Fertigstellung dieses vor langer Zeit begonnen Wasserbauwerkes bemühen. Im Rahmen des auch in diesem Jahr parallel zur Messe veranstalteten Seenlandkongresses haben sie ihr Projekt Schiffshebewerk für die künstliche Wasserstraße vorgestellt.

Dirk Becker ist einer dieser emsigen Kanalbereiter. Wir trafen ihn nach seinem Vortrag auf der Messe zum Interview. Zwischen Oktober 2012 und Februar 2013 seien für den Wasserfahrstuhl an der TU Dresden zwei Entürfe entstanden, so Becker im Gespräch. Einer davon sehe ein klassisches Senkrechthebewerk in Vertikalförderung vor – das sei eine durchaus machbare Idee.

Insgesamt sei man froh, so der Kanalvereinsmann weiter, dass das Thema mittlerweile in den Landesverwaltungen in Dresden und Magdeburg angekommen sei. Dass man dort und auch auf Kommunalebene verstanden habe, welches Kleinod man mit dem Kanal vor der Haustür habe. Becker zur Frage, welches Kleinod genau er meint: „Wenn man den Kanal vollendet, wirklich den Wasserzugang zu Neuseenland – nicht nur für Neuseenland, sondern wer dort hinwill fährt auch 120 Kilometer auf der Saale durch Sachsen-Anhalt – wir hätten in Mitteldeutschland ein völlig neues Gebiet für den Wassertourismus.“

Eine Vision: Per Fahrgastschiff auf der Saale von Burg Giebichenstein rüber zum Lindenauer Hafen. Beckers Lieblingszahlen, die ihn und uns noch davon trennen, und mit denen er bei der Reklame für dieses Großprojekt scheinbar immer wieder gerne jongliert: 7,5 Kilometer bereits angelegter aber seit 1943 unvollendeter Kanalbau und 22 Meter Höhenunterschied.

16.02.13, 08:39:52

Beach & Boat 2013: Jens Hank

Jens Hank ist nicht nur ein rühriger Mann, sondern war schon auf vielen Wassern unterwegs – unter anderem der Ostsee und dem Cospudener See. Aufgefallen ist der Name uns in letzter Zeit dadurch, dass er mit seinem Flachbodenboot durch den Floßgraben gegondelt ist – allerdings nicht mit Motor, sondern stakend.

Auf der Leipziger Wassersportmesse “Beach & Boat” 2013 sind wir am Valentinstag am Stand “Innovative Bootsantriebe” auf ihn gestoßen. Was ihn mit dieser Thematik verbindet, was es Neues von seiner Segelschule am Hainer See zu berichten gibt und was sich hinter seiner Idee mit der Floßgrabenstakerei verbirgt – er erzählte es uns im Interview.

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9,9 MB | MP3 | Beach & Boat 2013: Jens Hank

30.01.13, 17:25:34

Wolfgang Stoiber, Auwald, Unesco, Motorboote, NuKlA, Petition

Wolfgang Stoiber ist Wegbereiter des seit 2011 bestehenden NuKla e.V. und einer der Initiatioren der Klassischen Kartoffelkonzerte. Anliegen beider Projekte: Der Schutz des Leipziger Auwaldes. Oder: Zugunsten des Auwaldschutzes zunächst Konzerte zu veranstalten. Dass es dabei nicht bleiben sollte, hat Stoiber im Jahr 2012 bewiesen: Seine Petition „Auwaldschutz jetzt!“ ist mit satten 11.000 Unterschriften über die Ziellinie gegangen.

Weil Wolfgang Stoiber in Sachen Wasser und Auwald ein sehr umtriebiger Mensch zu sein scheint, haben wir uns Ende Januar mit ihm zum Interview getroffen. Es ging um seinen Verein und die Rolle der Konzerte dabei, um die dubiosen Vorgänge mit dem angeblichen Kanalbau durch die Hartmannschlenke im Auwald, und um die Furcht vor der Novelle des Sächsischen Wassergesetzes.

Denn wenn einmal Motorboote tatsächlich durch den Auwald zu den neuen Seen gelangen sollten, dann könnte mit diesem Gesetzestext in diesen Tagen gerade die Grundlage dafür geschaffen werden. Nächste Termine und mehr vom aktuellen Stand der Dinge im Audio.

Außerdem geht es in diesem Interview auch um seine Idee des Unesco-Status für den Leipziger Auwald. Der große Titel sei dabei eher etwas wie ein Signet, so Stoiber im Gespräch. Hauptanliegen dieses Vorhabens: Unter dem großen langfristigen Ziel alle Auwald-Schützer an einen Tisch zu kriegen und damit zu schaffen, die Kräfte zu bündeln, anstatt wie bisher alle nur einzeln nebeneinander oder vielleicht sogar gegeneinander strampeln zu lassen.

Stoiber: „Ich bin ein Newcomer in dieser Szene und habe mich eineinhalb Jahre eingearbeitet. Habe mir dabei erarbeitet, dass an unserm Auwald ganz viele Vereine, Institutionen und Ämter arbeiten und dabei auch am Auwald zerren – jeder für sich, aber in eine andere Richtung, für das was er gerade braucht. Das ist nicht gut, weil: wenn die Naturschützer an einem Strang ziehen, können wir mehr für unseren Auwald erreichen, als wenn jeder einzelne versucht für sich irgend etwas zu machen.“ Auch sein Verein sei nicht angetreten, um irgendwem Konkurrenz zu machen, sondern etwas Gemeinsames zu schaffen.

Eine nächste Pressemeldung zum Thema sei für Anfang Februar in Planung, dabei soll das Unesco-Projekt offiziell vorgestält werden. Für den 13. März 2013 ist eine öffentliche Präsentation mit Einzelheiten und Details zu diesem Vorhaben geplant. Mehr von Stoiber und dem NuKlA e.V. im kompletten Audio.

07.08.12, 10:16:55

Ohne komplette Fertigstellung keine Nutzung: Petra Köpping und die Kürzung der Paragraph-4-Mittel

Woher kommen die Mittel für die Umwandlung einstiger sächsischer Kohlegruben in schicke Seen? Aus sogenannten Paragraph-4-Maßnahmen. Über die Fortführung wird derzeit verhandelt. Jedoch: Momentan ist eine Kürzung im Gespräch. Zehn Millionen Euro, so der Streitwert. Fielen sie wirklich weg, wäre scheinbar nicht nur der Kanal zwischen Zwenkauer und Cospudener See in Gefahr, sondern auch der weitere Ausbau des Störmthaler Sees.

Petra Köpping war bis 2009 Landrätin des Landkreises Leipziger Land. Mittlerweile ist sie Abgeordnete im Sächsischen Landtag. Wir haben uns mit ihr zum Gespräch über die drohende Kürzung getroffen. Dabei zeigte sich die Markkleebergerin von der drohenden Abschmelzung des Paragraph-4-Budgets nicht unbedingt begeistert. “Wenn man jetzt auf halbem Wege aufhört, dann ist die Kritik der Bürger berechtigt, dass man hier Steuermittel in den Sand setzt” sagt Köpping im Interview. “Denn”, so die Parlamentarierin weiter, “wenn es nicht vollkommen fertig geführt wird, wird es auch den Nutzen für die Zukunft nicht geben.” Mehr von ihr zum Thema und dazu, was zu tun ist - im kompletten Audio.

21.03.12, 12:15:03

Ferienwohnungen am Cospudener See und Hotel Seeblick am Hainer See: Gregor Fuchshuber im Interview

An der Nordseite des Hafendörfchens "Pier 1" am Cospudener See entstehen derzeit neue Ferienwohnungen. Ende 2012 sollen sie fertig werden. Entworfen worden sind sie vom Architekturbüro "Fuchshuber und Partner". Die Leipziger Gebäudeentwickler waren auch schon bei der Entstehung der bisherigen Anlagen federführend. Wir haben uns Mitte März mit Gregor Fuchshuber getroffen, um mehr über das Projekt zu erfahren. Er berichtete dabei auch von einem neuen Projekt am Hainer See – dem „Hotel Seeblick“.

Die jetzt am Cospudener See wachsenden Ferienwohnungen seien seit dem Jahr 2000 Bestandteil des gesamten Hafenkonzeptes des "Pier 1" gewesen, erklärte Fuchshuber im Interview. Entstehen sollen die neuen Gebäude auf der Fläche zwischen Park- und Trockenliegeplatz.

Die zwanzig Gästezimmereinheiten werden im Obergeschoss untergebracht, sollen über einen Laubengang erreichbar und jeweils 35 Quadratmeter groß sein. Im ebenerdigen Untergeschoss seien Funktionsräume für Taucher und Segler vorgesehen. Insgesamt entstünden so 700 Quadratmeter Herbergskapazität und 300 Quadratmeter als Lager und Nutzraum für Wassersportler.

Auf Pfählen im Wasser stehen soll laut Fuchshuber hingegen das neue "Hotel Seeblick" am Hainer See. Drei Etagen mit jeweils fünf Zimmern seien hier vorgesehen. Erbauer scheint auch hier die Leipzigseen GmbH. Fertig werden könnte dem Architekt zufolge auch dieses Objekt bis zum Jahresende.

"Man hofft dort, auch Wochenendgäste zu akquirieren, und vor allem auch Gäste, die mit dem kulturellen Angebot im Schillerhaus und im neu sanierten Herrenhaus an diesen See gelockt werden" sagte Fuchshuber zur Frage, ob es am Hainer See überhaupt Besuchernachfrage für ein Bettenhaus gibt. Mehr im kompletten Audio-Interview – Länge rund zehn Minuten.